Venna Adler
Venna Adler

1.Kapitel

 

Zaghaft warf die Sommersonne ihre ersten zarten Strahlen über den kleinen Hügel im Osten, der den Lerchenweg von der Kleinen Straße trennte. Tau glitzerte auf den Blättern riesigen alten Linden, die rechts und links der Straße standen und auf den ordentlich gepflegten Rasenflächen der Vorgärten. Zehn hübsche Häuschen, mit weißem Putz und dunklen Fenstern und Türen, und drei rot verklinkerte etwas größere Häuser säumten den Lerchenweg.

Dem aufmerksamen Betrachter fiel auf, dass nur vor einem der Häuser, einem der großen rot verklinkerten Häuser, ein paar Spielzeuge herumlagen. Es war die Hausnummer 7. Und anders, als in den anderen Häusern des Lerchenweges, lebte hier eine richtige Familie, die Familie Fröhlich.

Familie Fröhlich, das waren Mama und Papa Fröhlich, ihre Töchter, Lana und Marie Fröhlich, die Französische Bulldogge, Jeannie Fröhlich und drei Zwergkaninchen, Amanda Fröhlich, Mandala Fröhlich und Chacka Norris.

Lana Fröhlich war seit kurzem ein echtes Schulkind, mit Schulranzen, Federtasche, Sportbeutel, Faulenzer, Schere, Stiften und allerlei anderer nützlicher Dinge.

Marie Fröhlich ärgerte das maßlos. Sie war erst vier Jahre alt und musste noch zwei Jahre warten, ehe auch sie Schulranzen, Federtasche, Sportbeutel, Faulenzer, Schere, Stifte und allerlei andere nützliche Dinge bekommen würde. Dabei konnte sie doch schon bis Unendlich zählen und ihren Namen schreiben. Aber ihre Mama sagte „nein“, zu ihrer Idee und ließ da seltsamer Weise auch nicht mit sich verhandeln. Sie behauptete, es sei verboten, dass vierjährige Mädchen in die Schule gingen. Marie glaubte das nicht so recht. Aber es ließ sich halt nichts machen. Wenn Mama nein sagte, dann hieß das auch nein.

Papa Fröhlich, hieß Boris und war Postbote in der nächstgelegenen Stadt. Jeden Morgen fuhr er mit seinem schwarzen Kombi, schon ganz früh zur Arbeit, damit all die Leute in der Stadt ihre Post rechtzeitig bekamen.

Mama Fröhlich, hieß Nele und hatte den lieben langen Tag nichts anderes zu tun, als zu Putzen, zu Kochen, die Wäsche zu waschen und den Hund auszuführen.

Hin und wieder kam Oma Kirschi zu Besuch. Sie wohnte auf einem kleinen Hof am anderen Ende des kleinen Ortes, in dem die Familie Fröhlich lebte. Auch Oma Kirschi, die Mama von Mama Fröhlich, hatte eine Hundedame, Dini. Lana und Marie fanden es ziemlich lustig, dass Baby Dini, die erst vier Monate alt war, bereits größer war, als Jeannie, die bereits zwei Jahre alt war. Und fragten ihre Mutter immer mal wieder, wann Jeannie denn nun endlich wachsen würde. Doch Mama Fröhlich sagte dann immer das selbe, „Jeannie wächst nicht mehr. Sie bleibt für immer so klein. Das liegt daran, dass sie eine andere Rasse ist, als Dini.“

Rasse? Das verstanden die Kinder nicht so wirklich. Aber vielleicht würden sie es irgendwann ergründen.

Wie man sieht, es war eine ganz normale Familie, die Familie Fröhlich. Mit ganz normalen Eltern, vollkommen normalen Kindern, einer ganz normalen Oma und normalen, wenn auch etwas zu kleinen Tieren.

 

Unsere Geschichte beginnt an einem wunderschönen Morgen im Sommer. Es war ein Sonntag und Papa Fröhlich musste ausnahmsweise mal keine Post verteilen. Er und Mama Fröhlich schliefen noch tief und fest, ebenso wie Lana, Marie und die Tiere.

Doch das sollte sich ändern, als ein markerschütternder Schrei durch das Haus klang und alle Bewohner der Hausnummer 7 augenblicklich senkrecht im Bett saßen.

Mama und Papa Fröhlich sprangen aus dem Bett und rissen die Türen zu den Kinderzimmern gleichzeitig auf. Lana und Marie starrten ihre Eltern mit großen, erschrockenen Augen an. Jeannie Fröhlich sprang aufgeregt kläffend vor der Wohnzimmertür herum.

Familie Fröhlich wandte sich gemeinsam um, als ein erneuter Schrei aus dem Wohnzimmer drang. Papa Fröhlich drängte die aufgebrachte Jeannie zur Seite und öffnete die Tür. Mama Fröhlich griff nach einem Kerzenständer, der auf dem Sideboard im Flur stand und machte den Kindern Handzeichen, dass sie zurück bleiben sollten.

Aber die Mädchen dachten gar nicht daran. Sie lukten hinter dem Rücken ihrer Mutter durch die Tür und als Papa Fröhlich zur Seite trat und sich die Hände an die Ohren hielt, um sich vor dem nicht enden wollenden Geschreie zu schützen, hielten Mama Fröhlich und die Mädchen die Luft an. In der Mitte des Wohnzimmers saß auf der Rückenlehne der Couch eine winzige Person und schrie aus Leibenskräften.

 

Familie Fröhlich versammelte sich um die kleine Person, die sich als winzig kleines Mädchen mit orangen Haaren, riesigen leuchtend grünen Augen und zarten roten Lippen erwies. Sie trug ein hellgrünes Sommerkleidchen und gelbe Ballerinaschühchen und war nicht viel größer als Maries Babybadepuppe.

Eine Weile standen alle fassungslos da und starrten das winzige Mädchen an. Mama Fröhlich fasste als erste den Mut zu sprechen, „wer oder was bist du?“.

Das Geschreie hörte auf und das Mädchen schüttelte verwundert den Kopf, legte ihn leicht schräg und starrten die Fröhlichs abschätzend an. „Das sieht man doch. Ich bin ein Heuli!“

Die Fröhlichs runzelten einer nach dem anderen die Stirn. „Ein Heuli,“ fragte Marie und trat einen Schritt vor. „Was machst du denn hier?“

Das Heuli schlug die Beine über einander und verlor dabei das Gleichgewicht und plumpste rückwärts auf die Sitzfläche der Couch. Sofort erklang ein erneutes Schreien und Zetern und dicke Tränen kullerten über die roten Bäckchen des Heuli. Marie trat um die Couch herum und setzte sich zu dem kleinen Mädchen. Vorsichtig legte sie die Hand auf das weiche orangefarbene Haar und das Geschreie endete abrupt. Die Augen des Heuli weiteten sich zu einer enormen Größe und ein mitleiderregender Gesichtsausdruck legte sich auf die Züge des puppenhaften Gesichtchens. „Ich war auf der Suche nach ein paar Kuchenkrümeln, aber da waren gar keine Kuchenkrümmel unter dem Tisch. Wahrscheinlich hat der böse Hund sie gegessen.“ Sie streckte Jeannie die Zunge aus. Dann fasste sie sich theatralisch an den Fuß. „Und dann hab ich mir da drüben am Esstisch den Fuß angestoßen.“

Mama Fröhlich hatte sich inzwischen auf die andere Seite des Heuli gesetzt. „Zeig mal her.“ Sie zog dem kleinen Wesen den Schuh aus, den es ihr hinstreckte und untersuchte vorsichtig die winzigen Zehen, „ich seh nichts. So schlimm kann es nicht gewesen sein.“

Das Heuli begann erneut zu kreischen. „Doch, es war schrecklich schlimm. Und außerdem war es auch der andere Fuß.“

Mama Fröhlich schaute verwundert drein. Dann nahm sie den anderen Fuß und untersuchte diesen ebenso gründlich. „Wo denn?“

Na am Esstisch.“ Heulte das Heuli jetzt noch lauter.

Nein, ich meine, wo es weh tut.“

Ähm...“, das Heuli wischte sich mit dem Kleidchen die Tränen aus den Augen und zeigte dann auf den großen Zeh. „Da!“ Dann schossen erneut dicke Tränen aus den viel zu großen Augen.

Mama Fröhlich schaute zu Papa Fröhlich hinauf. Der zuckte mit den Achseln und kratze sich am Bart.

Soll ich vielleicht Zauberpusten?“ Fragte Mama Fröhlich.

Das Heuli riss die Augen noch weiter auf, was ziemlich absurd aussah. „Das kannst du?“

Marie und Lana nickten eifrig. „Sie ist die aller Beste im Zauberpusten.“ Erklang es wie aus einer Kehle.

Das Heuli nickte ebenfalls eifrig und betrachtete Mama Fröhlich ganz genau, während diese ihren Kopf über den Fuß senkte, etwas leises vor sich hin murmelte, pustete und den Blick zum Fenster wandte. „Da sieh nur... da fliegt das Aua.“

Das Heuli starrte fassungslos in die Richtung, in die Mama Fröhlich gezeigt hatte. „Ja, jaaaa... ich hab' s gesehen. Du bist ja eine Zauberheilerin. Das muss ich sofort den anderen erzählen.

Blitzschnell hatte das Heuli seine kleinen Schühchen wieder übergestreift und rannte aus der Wohnzimmertür. Familie Fröhlich hörte die Hundeklappe im Hauswirtschaftsraum klappen und alle starrten sich entgeistert an.

Ich glaub, ich träume.“ Sagte Papa Fröhlich.

Dann haben wir alle den gleichen Traum, Boris.“ Sagte Mama Fröhlich an Papa Fröhlich gewandt.

 

 

 

 

2.Kapitel

 

Drei Tage später hatten die Fröhlichs den Vorfall schon fast wieder vergessen. Die Nachbarn hatten sich zwar noch beschwert, dass an einem Sonntag in so unmenschlicher Frühe so ein Krach aus dem Hause der Familie gekommen war, dass die gesamte Straße davon aufgewacht war. Aber Familie Fröhlich war die ewigen Nörgeleien der Nachbarn gewöhnt. „Lass sie doch reden, Boris. Alte Menschen sind halt so. Die haben ihr Leben lang Krach um sich herum gehabt. Nun wollen sie ihre Ruhe haben. Das versteht man doch.“ Hatte Mama Fröhlich einmal gesagt. Und Papa Fröhlich hatte genervt die Zeitung vors Gesicht gehoben und den Sportteil gelesen.

Das tat er auch heute. Es war früher Abend und Mama Fröhlich hatte mit den Kindern Plätzchen gebacken. „Im Sommer backt ihr Plätzchen und dann auch noch Tannenbäume und Sterne.“

Lana und Marie stopften gerade einen weiteren Keks in den Mund und lachten, weil Mama kichernd die Augen verdrehte, als die Hundeklappe mit einem lauten Knall zufiel. Jeannie spitze die Ohren und grolle leise. War aber sofort still, als sie Mama Fröhlichs ernste Miene erblickte. Ein leises Schluchzen drang aus dem Hauswirtschaftsraum. Alle starrten auf die Türklinke, die sich langsam senkte, dann hörte man ein Plumpsen und einen hysterischen Schrei, gefolgt von wildem Gekreische.

Papa Fröhlich ließ die Zeitung auf den Küchentisch sinken und sprang auf. Die Tür öffnete sich und das kleine Heuli kam in die Küche gelaufen. „H-I-L-F-E, Hilfe, Hilfe, Hilfe!“ Schrie es und deutete hinter sich, während es auf Mama Fröhlich zuschoss und sich zitternd mit Armen und Beinen an ihr Bein klammerte.

Alle reckten den Hals und ein kreischender kleiner Kerl in einer dunkelblauen Uniform, gefolgt von zwei weiteren kleinen Wesen, die weiße Kittel trugen und zwischen sich eine kleine Trage her schleppten, auf der eine wimmernde Person lag und sich unter Schmerzen krümmte, traten herein. Sie wuselten um die Füße der Kinder, zwischen den Stühlen und Tischbeinen entlang bis zu Mama Fröhlichs Füßen.

H-I-L-F-E, meine Mama stirbt, wenn du ihr nicht hilfst.“ Schrie das kleine Heuli, dass vor wenigen Tagen im Wohnzimmer der Fröhlichs durch Zauberpusten gerettet worden war.

Mama Fröhlich beugte sich runter und zerrte an dem kleinen Mädchen, das sich so fest um ihr Bein geklammert hatte, dass es weh tat. „Nun lass schon los. Sonst kann ich doch nichts tun.“ Das Heuli ließ los und Mama Fröhlich beugte sich über die wimmernde kleine Frau auf der Trage. „Was hat sie denn?“ Fragte sie.

Sie hat Schmerzen.“ Sagte einer der Träger. Noch immer rannte der kleine Kerl in der dunkelblauen Uniform kreischend durch die Küche. Papa Fröhlich schnappte ihn sich und schüttelte ihn leicht, damit er aufhörte zu schreien. Doch das machte es nur noch schlimmer. Ein ohrenbetäubender Krach herrschte in der Küche, denn nun hatte Jeannie angefangen zu bellen und sprang wie verrückt vor Papa Fröhlich auf und ab, weil sie an das kreischende kleine Kerlchen heran wollte. Die Kinder saßen wie erstarrt am Küchentisch und vergaßen ihre Kekse weiter zu kauen.

Mama Fröhlich rieb sich die Augen. „R-U-H-E!“ Einen Moment lang starrten alle sie vollkommen entsetzt, aber endlich ruhig, an. „Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ihr alle so schreit und zetert.“

Das kleine Kerlchen auf Papa Fröhlichs Arm fing als erster wieder an zu schreien. „Ich bin hingefallen! Ich brauche Zauberpusten!“

Mama Fröhlich warf ihrem Mann einen finsteren Blick zu. „Zauberpusten, SOFORT!“ Papa Fröhlich nickte erschrocken und setzte den kleinen Kerl auf den Küchentisch. Er holte tief Luft und pustete den Blau uniformierten so kräftig an, wie es nur ging. Dann zeigte er auf das Fenster. Mit riesigen Augen verfolgte der kleine Kerl das verschwindende Aua. Dann war er plötzlich ganz entspannt und friedlich ruhig.

Mama Fröhlich wandte sich an die kleine Frau auf der Trage. Sie war ebenso winzig, wie ihre Tochter. Nur hatte sie gelbe Haare und lilafarbene Augen. „Was ist passiert?“

Eines der kleinen Kerlchen im weißen Kittel, er hatte einen langen schwarzen Bart und einen kahlen Schädel, verbeugte sich leicht. Seine Stimme war erschreckend tief. „Sie hat sich den Bauch an einem Ast auf geschrammt. Die Frau erleidet schreckliche Schmerzen und wir sind machtlos.“

Mama Fröhlich hob das Kittelchen, dass die kleine Frau trug ein wenig an und entdeckte eine kleine rote Schramme. Zauberpusten würde wohl nicht helfen, weil dieser Kratzer mit Sicherheit ein wenig brannte. Also stand sie auf und ging zu ihrem kleinen Arzneifach, das sich in einem der oberen Küchenschränke befand. Sie kramte ein wenig herum, dann kam sie mit einem Pflaster und einer Wundsalbe zurück. Nachdem sie die schreckliche, ja beinahe tot bringende Wunde versorgt hatte, füllte sie ein wenig Salbe in eine kleine Dose um. „Und jetzt alle raus hier.“

 



3.Kapitel

 

In jener Nacht fand keiner der vier Fröhlichs so wirklich Schlaf. Selbst Jeannie schreckte immer wieder aus dem Schlaf hoch, stand auf und lief zur Tür zum Hauswirtschaftsraum, um zu Schnuppern und zu Lauschen.

Am nächsten Morgen standen alle, wie immer früh auf. Papa Fröhlich fuhr zur Arbeit. Mama Fröhlich machte den Haushalt und die Kinder gingen in die Schule und in den Kindergarten.

Als die Kinder schließlich zum Mittag mit ihrer Mutter wieder in der Küche der Hausnummer 7 saßen, fragte Marie schließlich: „Mama?“

Ja!“

Wo wohnen die Heulis?“

Mama Fröhlich zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung, mein Schatz!“

Können wir nach ihnen suchen?“ Lana wischte sich den Mund ab und legte das Besteck zur Seite.

Mama Fröhlich schaute aus dem Fenster in den Garten. Die Sonne hatte sich hinter dicken Wolken versteckt. Es regnete schon den ganzen Tag über. Was für ein Sommer. „Du machst jetzt erst einmal deine Hausaufgaben. Dann sehen wir weiter.“

Bitte Mami, ich will auch nach den Heulis suchen.“ Marie rutschte von ihrem Triptrapstuhl herunter und stellte ihren Teller auf die Arbeitsplatte über dem Geschirrspüler.

Na gut, aber zu erst macht Lana ihre Hausaufgaben und du kannst ein bißchen Ordnung in deinem Zimmer machen.“

Marie verzog das Gesicht. Aufräumen war nicht gerade ihre liebste Beschäftigung. „Och menno.“

Mama Fröhlich stand ebenfalls auf, stellte das Geschirr in die Spülmaschine und begann Tisch und Arbeitsplatte mit einem feuchten Lappen abzuwischen. „Das eine was man will. Das andere was man muss. Du räumst auf, Lana macht ihre Hausaufgaben, ich bügle noch schnell ein paar Teile und dann gehen wir raus und suchen nach den Heulis.“

Die Kinder sahen sich an und lächelten. Die Aussicht mit ihrer Mutter gemeinsam nach den Heulis zu suchen, war so verlockend, dass sie sich sicher beeilen würden.

Eine Stunde später steckten Lana, Marie und Mama Fröhlich in ihren Gummistiefeln und verließen das Haus durch die Hintertür. Im Garten teilten sie sich auf. Der Regen hatte jegliche Spuren, die die Heulis eventuell hinterlassen haben konnten, fortgespült.

Sie suchten den Gartenzaun nach Löchern oder kaputten Stellen ab, durch die die Heulis in den Garten hätten klettern können. Aber sie fanden nichts. Rein gar nichts!

Nachdem sie eine Stunde im strömenden Regen durch den Garten gehuscht waren, gingen sie zurück zum Haus. An der Eingangstür blieb Lana plötzlich stehen und starrte auf das verrostete Gitter, das über dem Kellerfenster lag. An den Seiten waren braune Schleifspuren, als hätte jemand das Gitter zur Seite geschoben. „Schaut mal.“

Marie und Mama Fröhlich gingen neben dem Gitter in die Hocke. „Das gibt’s doch gar nicht.“ Schimpfte Mama Fröhlich. „Die kleinen Kerlchen haben sich doch nicht etwa in unserem Keller einquartiert?“

Die Drei stürmten ins Haus. Inzwischen war auch Papa Fröhlich nachhause gekommen. Er war ganz und gar nicht davon begeistert, dass sich jemand am Kellergitter zu schaffen gemacht hatte. „Da können wir ja gleich ein Schild im Vorgarten aufstellen: Einbrecher willkommen!“

Er suchte im Keller als erstes nach seinem Schweißgerät, um das kaputte Gitter später reparieren zu können. Dann suchte er mit seinen drei Mädels, wie er sie stets liebevoll nannte, nach einem eventuellen Schlupfwinkel.

Lana, die gern Detektiv Geschichten vorgelesen bekam, nahm zuerst das Kellerfenster an sich genauer unter die Lupe. Wenn man ganz genau hinsah, und das tat sie, sah man zahllose winzig kleine Fingerabdrücke im Staub des Holzes und auf der Scheibe und dem silbrigen Fenstergriff. „Sie sind auf jeden Fall hier gewesen.“ Sie zeigte auf die vielen kleinen Fußabdrücke auf der Fensterbank und auf dem Boden davor. Die anderen folgten ihrer Spur bis zu einem schweren Regal, in dem die Winterklamotten der Familie, in großen Kisten, lagerte. Papa Fröhlich ruckelte am Regal. Es war fest in der Wand verdübelt, so wie er es vor ein paar Jahren angebaut hatte.

Die Fröhlichs sahen sich schulterzuckend an. „Und nun?“ Marie sprach aus, was alle dachten.

In einer meiner Lieblingsgeschichten gab es eine Geheimtür in einen unterirdischen Tunnel. Man konnte sie nur öffnen, wenn man ein bestimmtes Buch aus dem Regal zog.“

Mama Fröhlich erinnerte sich. „Ja, die haben wir doch erst vor Kurzem gelesen. Wartet mal.“ Sie tastete die Seiten des massiven Regals ab, fand aber nichts. Marie war es, die im untersten Fach schließlich eine kleine Gießkanne entdeckte.

Mami, darf ich die mit rauf nehmen?“

Mama Fröhlich folgte Maries Blick. „Boris, hat du die da hingestellt?“

Warum sollte ich wohl eine kleine Grießkanne in das unterste Fach im Keller stellen?“

Lana versuchte die Gießkanne aus dem Regal zu nehmen, um sie genauer zu betrachten. Doch als sie versuchte sie anzuheben, erklang ein leises, „Klick“! Und das Regal sprang aus ihrer unsichtbaren Halterung und bewegte sich, samt Kellerwand, ein Stückchen in den Raum hinein. Lana lugte durch den Spalt, der sich aufgetan hatte. „Wow“, stieß sie aus und die drei restlichen Fröhlichs drängten sich hinter sie, um auf einen Blick hinter den Spalt zu werfen.

Ein Gang, der ungefähr so breit war, das ein Erwachsener sich mit Müh und Not hindurch zwängen konnte, lag in einem golden glänzenden Licht da. Die Wände waren ungefähr so hoch, dass Lana aufrecht darin stehen konnte. Sie waren über und über mit gelbgold schimmernden Steinen besetzt, die von Innen her leuchteten. „Bernsteine“, flüsterte Mama Fröhlich benommen.

Papa Fröhlich ging in die Knie und krabbelte in den Gang, gefolgt von Lana, Marie und Mama Fröhlich.

Der Gang führte in Schlangenlinien immer weiter hinab in die Tiefe. Mama Fröhlich fragte sich, was sie am Ende dieses Tunnels wohl erwarten würde und ob sie die Kinder nicht lieber wieder zurück bringen sollte. Doch da tat sich vor ihnen ein riesiger Raum auf. Raum ist vielleicht etwas untertrieben. Es war eher eine riesige Höhle, die ganz und gar aus Bernstein bestand. In die Wände waren Fenster, Türen und Treppen eingearbeitet, hinter deren mit Vorhängen verhangenen Fenstern warmes Licht schimmerte. In der Mitte der Höhle stand ein großes rundes Gebäude, eine Art Säule, die bis zur Decke hinauf reichte und mit ihr verschmolz.

Rund herum waren kleine Marktstände mit bunt gemusterten Schirmchen aufgestellt. Es sah aus, wie ein Marktplatz. Am anderen Ende der Höhle, die ein wenig im Dunkel lag, sah man die schehmenhaften Umrisse eines vergoldeten Tores, das ins Nichts führte.

Papa Fröhlich stellte sich hin und fasste sich an den Bart. „Ein Bernsteinzimmer.“

Hinter ihm kamen auch Lana, Marie und Mama Fröhlich auf die Füße und starrten mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen auf das, was sich ihnen dort offenbarte.

Eine kleine Weile standen sie einfach so da und nahmen jedes winzige Detail dieser wunderschönen kleinen Stadt, die sich unter ihrem Haus erstreckte, in sich auf. Dann trat eine kleine Gestalt aus einer der Türen und starrte die Vier verängstigt an.

 

 

 



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